Nachfolgend wird die Geschichte des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen" in tabellarischer Form und anhand von Bildern, von seinen ersten Anfängen über die Indienststellung auf dem Fliegerhorst Ahlhorn bis zur seiner Verlegung an seinen heutigen Stand auf dem Fliegerhorst Wittmund, dargestellt. Die Bilder stammen ausschließlich, wenn nicht separat benannt aus dem Archiv des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ in Wittmund wurden auf dem Fliegerhorst Ahlhorn aufgenommen. Ihm gebührt auch mein Dank für die gute Zusammenarbeit und die Zuverfügungstellung des Bildmaterials und sonstiger Informationen.

Dieser Beitrag ist erst jedoch ein erster Anfang. Ich werde ihn im Laufe der Zeit nach und nach mit weiteren Infos und Bildern bestücken.

Eine weitere Anmerkung sei mir vorab gestattet. Ich habe mich bemüht, die Personen auf den Bildern mit Namen zu versehen. Dieses war mir jedoch mangels Quellen nicht immer möglich. Wenn sich der ein oder andere Leser auf den Bildern wiedererkennen sollte, so würde ich mich über eine entsprechende Nachricht an die nachfolgende Email-Adresse freuen:  

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Natürlich sind auch Tipps, weitere Hinweise, Geschichten, Fotos und konstruktive Kritik willkommen.

 

Oldenburg, 25.05.2020

 

Jan-Bernd Uptmoor



 Tabellarischer Lebenslauf JG 71 "Richthofen" während seiner Stationierung in Ahlhorn.

 

 Wappen JG 71      (links das aktuelle Wappen - rechts das ursprüngliche Wappen)                   Wappen JG 71 alt      

Das Jagdgeschwader 71 "R" wie "Richthofen war eines von vier Traditionsgeschwadern der neu gegründeten deutschen Luftwaffe, denen vom Bundespräsident der Name einer richtungsweisenden Fliegerpersönlichkeit verliehen worden war.
 
Anmerkung zum Wappen rechts: Von unten nach oben: schwarz, rot, goldene Sonne, in den Strahlen der Natostern und zwei fliegende Schwerter, die Grundeinheit einer Jagdformation, die Rotte, darüber das neue deutsche Flugzeugführerabzeichen. Das neue Wappen (links) löste am 21.04.1960 (Der Tag an dem das Geschwader seinen Traditionsnamen Richthofen erhielt.) das alte Wappen ab.

 

Historie des Geschwaders bis zur Bundeswehr

 

  
25.06.-26.05.1917 Aufstellung des Jagdgeschwaders unter dem Kommandos des Rittmeisters Manfred von Richthofen
   
25.05.1918 Umbenennung des JG 1 in JG "Freiherr von Richthofen Nr. 1" zum Gedächtnis des gefallenen Rittmeisters Manfred von Richthofen.
   
11.11.1918 Auflösung des Geschwaders in Aschaffenburg
   
April 1934 Aufstellung einer Jagdgruppe in Döberitz unter dem Decknamen "Reklamestaffel Mitteldeutschland e.V."
   
14.03.1935 Umbenennung in Jagdgeschwader Richthofen Nr. 132
   
1939 - 1945 Erneute Umbenennung in Jagdgeschwader Richthofen Nr. 2 und verschiedene Einsätze an fast allen Frontabschnitten.

 

1955 

 

12.11.  Beginn des Aufbaus der Bundeswehr.

 

1958

 

30.08.

Befehl zur Aufstellung der Fliegerhorstgruppe auf dem Fliegerhorst Ahlhorn. Der Grundstein zum künftigen Jagdgeschwader 71 wurde gelegt.

   
08.09. Ein Vorkommando unter Oberstleutnant Mössinger traf auf dem Fliegerhorst Ahlhorn ein um die Anlagen und Einrichtungen des Fliegerhorstes zu überprüfen.
   JG 71 Wachgebäude FH
   Der damalige Hauptzugang zum Fliegerhorst. In dem Gebäude gegenüber der Wache entsteht demnächst das Museum der Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn mit der Darstellung der Geschichte des Fliegerhorstes.
   
   Einfahrt FH Ahlhorn
   
15.10. Offizielle Übergabe des Platzes durch die R.A.F. an die deutsche Luftwaffe. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Platz mit der 96. Sqd. Meteor N.F.11 (Die Einheit war von November 1952 bis Februar 1958 auf dem Fliegerhorst stationiert.) belegt. Es war eine Nachtjäger Einheit, die mit den damals bereits veralteten Meteor N.F.11 Flugzeugen ausgestattet waren. Die Besatzung bestand aus zwei Mann - einen Piloten und einem Navigator, der gleichzeitig als Nachtjagd Operator fungierte). Zusätzlich war der Platz mit der 213. Spd. mit der Vampire F.B. Mk. 9 und der 256. Sqd. mit der Meteor N.F.11 (siehe Beschreibung 96. Sqd.) belegt.
   
   JG 71 Lubi FH Ahlhorn
  Auf diesem Luftbild ist der Fliegerhorst Ahlhorn Ende der sechziger Jahre abgebildet. Wer meine Seiten über den 2. Weltkrieg gelesen hat, kann zum Einen gut die Veränderung des Platzes erkennen und zum Anderen, was von der ursprünglichen Bebauung geblieben ist. Gut erkennbar die Bauten der Engländer ("H"-Unterkunftsblöcke im Südwesten des Platzes, die Unterkünfte nördlich des Kasinowaldes, die befestigte Start- und Landebahn, die Abstellplätze für die Flugzeuge (hellgrau) sowie Wartungshallen mit dem betonierten Hallenvorfeld (hellgrau)). Die ehemalige Triangel-Start-und-Landebahn ist ebenfalls noch schemenhaft erkennbar. 
   

 

1959

 

15.01. Der kommandierende General der Luftwaffentruppe Nord, Generalleutnant Martin Harlinghausen besichtigte die Flieger-horstgruppe.
   
  Der erste und neue Kommodore des JG 71, der ehemalige Jagdflieger des 2. Weltkrieges, Major Erich "Bubi" Hartmann traf ein und begann mit den Dienstgeschäften. Er war vor seiner Kommandierung Fluglehrer an der ebenfalls neu aufgestellten Waffenschule 10 in Oldenburg. Während des 2. Weltkrieges erzielte er 352 bestätigte Abschüsse und war Träger des Ritterkreuzes mit Schwertern und Brillanten.
   
  Wer war HARTMANN, Erich (nachfolgend der militärische Lebenslauf)?: (DOB: 19.04.22 in Weissach/Württemberg). (RESB, DKG). 1924 went with his parents to Changsa/China (to 1928). (n.d.) learned to fly at Böblingen from private lessons and his family had their own light plane, a Klemm 27 (1930). 1936 began his flying career with sailplanes at Weil. 1937 at age 15, already held A, B and C flying licences. 10.10.40 entered the Luftwaffe, began training with Fl.Ausb.Rgt. 10 (to 28.02.41). 05.03.41 attended LKS II at Berlin-Gatow (to 14.10.41). 08.41 gained his pilot’s licence. 15.10.41 attended JFS (at Lachen-Speyerdorf) (to 31.01.42).  01.02.42 attended JFS 2 (in Zerbst) (to 20.08.42). 31.03.42 promo to Lt. 21.08.42 trf to Erg.JGr. Ost (to 10.10.42). 10.10.42 assigned to 7./JG 52. 05.11.42 Lt., 7./JG 52 unhurt? - Bf 109 G-2 belly-landed vic Digora/E Russia after combat with an Il-2. 11.42 sick in hospital at Piatigorsk for 4 weeks. 27.01.43 Lt., 7./JG 52. 24.03.43 Lt. , 7./JG 52. 05.43 appt Stafü 7./JG 52. 25.05.43 Lt., 7./JG 52 unhurt? - Bf 109 G - collision with a LaGG followed by a belly-landing behind the lines. 05.07.43 Lt., appt acting Staka 7./JG 52 (to 12.08.43). 01.08.43 Lt., 7./JG 52. 20.08.43 Lt., 7./JG 52 MIA - Bf 109 G-6 combat with an Il-2 vic Artemovsk and temporarily captured, but escaped. 23.08.43 returned. 02.09.43 Lt., appt Staka 9./JG 52 (to 30.09.44). 13.09.43 Lt., 9./JG 52 awarded Ehrenpokal. 17.10.43 Lt., awarded DKG, III./JG 52. 29.10.43 Lt., awarded Ritterkreuz, 9./JG 52. 14.11.43 Lt., Stafü 9./JG 52 unhurt - Bf 109 G-6 (Yellow 1 + ~) emergency landing at Kirovograd due to motor damage. 20.12.43 Lt., 9./JG 52. 22.02.44 Lt., 9./JG 52 unhurt? - Bf 109 G-6 crash-landed on return to Uman. 07.01.44 Lt., 9./JG 52. 02.03.44 Lt., awarded Eichenlaub, Staffelführer 9./JG 52. 18.04.44 Lt., appt acting Kdr. III./JG 52 (to 28.05.44). 01.05.44 Lt., 9./JG 52 promo to Oblt. /A1. 12.06.44 Oblt., 9./JG 52. 02.07.44 Oblt., awarded Schwerter, Staka 9./JG 52 25.08.44 Oblt., awarded Brillanten, Staka 9./JG 52. 01.09.44 promo to Hptm. 27.08.44 Oblt., 9./JG 52. 09.44 furloughed and got married. 01.10.44 appt Staka 4./JG 52 (or 7./JG 52?). 10.44 appt Stafü 7./JG 52 and acting Kdr. III./JG 52. 27.10.44 Hptm., 7./JG 52. 22.11.44 Hptm., 7./JG 52. c.11.44 assigned to Erprobungskdo. 262? 05.12.44 Hptm., 7./JG 52. 16.01.45 Hptm., appt acting Kdr. II./JG 52 (to 31.01.45). 01.02.45 appt acting Kdr. I./JG 53 (to 15.02.45). 16.02.45 Hptm., appt Kdr. I./JG 52 (to 08.05.45). 04.45 promo to Maj. c.08.05.45 surrendered to an American armored unit. 24.05.45 handed over to the Soviets. (n.d.) after capture, passed through a succession of camps, then at Michailowka near Gorki, was charged with “war crimes”  and sentenced to 25 years labor. 08.45 to “Moorlager Kirov” to dig peat (to 10.45).   10.45 to “KGF - Lager Grjasowez” (to 10.47).   10.47 to “KGF - Lager Tscherepowez” (to 10.49).   10.49 to “KGF - Lager Iwanowka" (1. sentence) (to 12.49). 12.49 to “GPU - Gefängnis Iwanowo” (to 05.50).   05.50 to “KZ - Lager Schachty” (2. sentence) (to 11.50).   11.50 to "GPU - Gefängnis Nowocherkask” (to 05.52).   05.52 to "KZ - Lager Asbest (to 11.52).11.52 to "KZ - Staflager Degtjarka" (to 08.54). 1953 sent to a labor camp in the Urals where he was implicated an a labor strike and sentenced to another 25 years. 08.54 to “GPU - Gefängnis Sverdlowsk” (to 10.54). 10.54 to “GPU - Gefängnis Nowotscherkassk” (to 10.55). 15.10.55 released from Soviet captivity. 01.12.56 joined the Bundesluftwaffe as a Maj. and re-qualified as a pilot on current types,training at Landesberg (Spring 1957), Fürstenfeldbruck (Summer 1957), Luke Air Force Base/USA (Fall 1957). 01.58 with Waffenschule 10 in Oldenburg. 01.59 appt Kommodore JG 71 at Ahlhorn. 12.12.60 promo to Obstlt. 01.63 appt Inspizient der Jagdflieger (to 09.70). 30.09.70 retired as an Oberst. Subsequently flew as a flight instructor privately until stopped by heart problems. †20.09.93 in Weil. Credited with 352 air victories in at least 1,428 combat missions (early biographies use a figure of 825). Hartmann was the highest scoring fighter pilot of World War II and of all time. 6)
   
  JG 71 Wiese 02
   
  Kommandeur der Fliegerhorstgruppe wurde der ehemalige Jagdflieger Major Johannes Wiese. Er tat während des 2. Weltkrieges im selben Geschwader Dienst wie Erich Hartmann. Er war Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und erzielte 133 bestätigte und 75 unbestätigte Luftsiege. 6)
   
  Nachfolgend der militärische Lebenslauf: (DOB: 07.03.15 in Breslau). (RE, DKG). 1934 entered the Heer and assigned to Inf.Rgt. 6. 1936 trf to the Luftwaffe as an Oberfähnrich. 01.04.37 Ofhr., Aufkl.Gr. 212, promo to Lt.(RDA 01.04.36) 01.09.39 Lt., promo to Oblt.(Tr.O.), 1937 in A./Fl.Ausb.Rgt. 62. 10.39 attended fighter school. 1940-41 Aufklärungsflieger. 06.41 Gr. Adj. of III./JG 52 (to 04.42). 26.06.42 Hptm., appt Staka 2./JG 52 (to 12.11.43(05.10.43?*)). 03.08.42 Hptm., 2./JG 52. 03.09.42 Hptm., 2./JG 52. 29.09.42 Hptm., 2./JG 52. 02.10.42 Hptm., 2./JG 52. 16.11.42 Hptm., 2./JG 52 awarded Ehrenpokal. 05.12.42 Hptm., awarded DKG, I./JG 52. 29.12.42 Hptm., 2./JG 52. 05.01.43 Hptm., awarded Ritterkreuz, Staka 2./JG 52. 07.05.43 Hptm., 2./JG 52. 11.05.43 Hptm., appt acting Kdr. I./JG 52 (to 12.11.43 (05.10.43?*) but not active 01.08.43 to 30.08.43 due to illness). 26.05.43 Hptm., 2./JG 52. 02.06.43 Hptm., 2./JG 52. 05.07.43 Hptm., Stab I./JG 52 shot down over the Kuban - emergency landed but unharmed. 27.07.43 Hptm., Stab I./JG 52. 01.09.43 **Hptm., appt Kdr. I./JG 52 (to 19.05.44 WIA). 01.10.43 promo to Maj. 13.10.43 Maj., Stab I./JG 52. 13.11.43(05.10.43?*) appt Kdr. I./JG 52 (to 10.06.44). 07.01.44 Maj., Stab I./JG 52. 22.02.44 Maj., Stab I./JG 52. 02.03.44 Maj., awarded Eichenlaub, Maj. Kdr. I./JG 52. 04.04.44 Oblt., 7./JG 77. 19.05.44 Maj., Kdr. Stab I./JG 52 badly WIA - Bf 109 G-6 crashed under unknown circumstances - no enemy action. 11.06.44 trf to the Verbandsführerschule Gen.d.Jagdflieger. 31.10.44 Maj., appt Kdr. Verbandsführerschule Gen.d.Jagdflieger (to 20.11.44). 01.12.44 Maj., appt Kommodore JG 77 (to 25.12.44). 24.12.44 severely WIA with a serious back injury – Bf 109 G-14 (<<+) shot down over Bottrop - his parachute had ruptured 80 meters above the ground. 05.45 became British POW but handed over to the Russians on 06.09.45 and not released until 28.11.49. Credited with over 480 combat missions and 133 confirmed air victories plus another 75 unconfirmed. 1956 joined the Bundesluftwaffe, serving in the militärhistorischen Forschungsamt in Freiburg. 30.11.70 retired as an Obstlt. †16.08.91 in Kirchzarten/Baden. [* acc to J. Prien. ** acc Barbas] 6)
   
  Chronik 12 JG71 Stellenbesetzung
   
26.02. Major Erich Hartmann (Kennung JA-111; Werknr. 1625) und Oberleutnant Peters (Kennung JA-108; Werknr. 1622) landeten mit den ersten Jagdflugzeugen F-86 "Sabre" MK VI, eine Weiterentwicklung der aus dem Koreakrieg bekannten amerikanischen F-86, auf dem Fliegerhorst Ahlhorn. Der Einfachheit halber wird im weiteren Verlauf dieser Darstellung von der "Sabre" Mk. VI gesprochen.
   
  JG 71 Ankunft Sabre 03JG 71 Ankunft Sabre 02
  JG 71 Ankunft Sabre 01
   
  Vorstellung des Waffensystems Canadair CL-13B "Sabre" Mk. VI:
  Nach mehr als 10 Jahren der fliegerischen Abstinenz galt sie als idealer Flugzeugtyp für den Aufbau der noch jungen Luftwaffe der Bundeswehr. Anfang als bemanntes Jagdflugzeug für die Luftverteidigung vorgesehen, verlor sie nach und nach ihre Rolle zu Gunsten der unbemannten Luftabwehr an die FlaRak Systeme Nike Hercules und Hawk.
   
  Zum Zeitpunkt ihrer Einführung in die Luftwaffe stellte sie den absoluten Höhepunkt in der Entwicklung der Jagdflugzeuge (Kanonenjäger) der 50ziger Jahre da. Sie besaß nur den Nachteil, daß die angreifenden Flugzeuge die gleichen Eigenschaften besaßen und teilweise eine bessere Steigleistung (Sie konnten somit im wahrsten Sinne des Wortes der "Sabre" Mk VI. davon fliegen) besaßen. Um somit auf die gegnerische Anflughöhe zu kommen, mußten die Jäger daher möglichst frühzeitig auf die Einflüge angesetzt werden. Das war bei der noch nicht so effektiven Radarüberwachung (AWACS) bzw. Tieffliegermelderadar und der geringen Tiefe des zu verteidigen Raumes unerläßlich. Mangels Bordradar mußte sich der Pilot auf die Anweisungen der Jägerleitstelle, Intuition und die eigenen Augen verlassen. Eine effektive Abwehr war Anfang der 60ziger Jahre nur mit großem Aufwand und bei gutem Wetter möglich.
   
  Die Canadair CL-13B "Sabre" Mark VI war ein bei dem Unternehmen Canadair Ltd. in Montreal seit 1949 gebaute Weiterentwicklung der amerikanischen F-86. Die "Sabre" Mk. VI war ein einsitziges Jagdflugzeug mit einem Orenda 14 Triebwerk, welches ca. 3.600 kg Schub gibt und damit das Flugzeug annähernd auf Schallgeschwindigkeit bringt.
Spannweite: 11,31 m
Länge: 11,43 m
Höhe: 4,48 m
Bewaffnet mit 6 Maschinenkanonen vom Kaliber 12,7 mm. Zum Zielen wurde ein optisches Radarvisier benutzt. Für den Einsatz als Jagdbomber war zusätzlich die Aufnahme von Luft-Luft bzw. Luft-Boden Raketen sowie diverse freifallende Bomben möglich.
Steigzeit auf 12.192 m: 10 min.
Max. Reichweite mit zwei 755 Liter Z-Tanks in 12.192 m: 2.494 km
Kampfradius: 579 km
   
   JA 111 Hartmann Farbe
  Die obige Aufnahme zeigt die Maschine des Geschwaderkommodore Erich Hartmann mit der Kennung JA-111 (Werknr.: 1625) und dem berühmten Tulpenmuster in der Staffelfarbe der 1. Staffel Rot (Kollektion Weber).
   
  Von der Bundeswehr wurden seinerzeit 225 Stück dieses Typs bestellt. Aufgrund der Bestellung schenkte Kanada der Luftwaffe 75 überzählige "Sabre" Mk. V. Die ersten Flugzeuges dieses Typs trafen 1957 bei der TSLw 3 in Faßberg ein. Die neu gegründete Waffenschule 10 in Oldenburg fiel die Aufgabe zu die Pilotenschulung mit Hilfe kanadischer Berater und Flugzeugführer der Royal Canadian Air Force zu bewerkstelligen. Die Einweisung auf das Waffensystem "Sabre" Mk. VI für die Lfz-Mechaniker begann im Sommer 1959 an der TSLw 3 in Faßberg. Das besondere an der Umschulung bestand darin, daß der Flugschüler seine erste Flugstunde auf den neuen Flugzeugtyp, nicht so wie bisher in einem zweisitzigen Schulflugzeug mit einem Fluglehrer, sondern alleine durchführen mußte. Nun ganz alleine war der Flugzeugführer nicht. Der Lehrer begleitete ihn mit einer zweiten Maschine.
   
  JG 71 JA 106
  Fw. Carstensen bereitet sich auf der JA-106 (WerkNr. 1799) auf seinen Flug vor. 
   
  JG 71 Vorbereitung für den Flug
  Auch damals besaß jeder Pilot seine eigene Ausrüstung.
   
  JG 71 044
  Nach Dienstschluß (v.l.n.r.: Unbekannt; OLt. Hagen Hülfert; Hptm. Enno Schumacher; Hptm. Scholz (Chef der Inst-Staffel); Usch Hartmann, Major Erich Hartmann, unbekannt.
   
  Am 02.09.1958 kamen nun die ersten "Sabre" Mk. VI zur 3. Staffel der Waffenschule 10 nach Oldenburg (3./WaSLw 10) aus der später das JG 72 gebildet wurde. Die Montage der 225 von der Luftwaffe bestellten "Sabre" Mk. VI wurde bei Dornier in Oberpfaffenhofen durchgeführt.
   
13.03.-14.03. Der Bundesminister der Verteidigung, Franz-Josef Strauß besichtigte den Fliegerhorst und informierte sich über die Probleme und Einsatzfragen des Waffensystems "Sabre" Mk. VI.
   
  JG 71 Strauss 01
 

Begrüßung des Verteidigungsministers Franz-Josef Strauss durch den Geschwader Kommodore Erich Hartmann. Im Hintergrund der Rumpf mit Seitenleitwerk einer Douglas C47D "Skytrain" mit der sichtbaren Flugzeugkennung CA+012.

   
Anbringung des Tulpenmusters auf den Maschinen. Zur Unterscheidung der Staffeln erhielt die 711. Stafel eine rote Schnauze, die 712. Staffel eine gelbe Schnauze. Das Tulpenmuster trugen bereits die Einsatzmaschinen der 9. Staffel JG 52 von Erich Hartmann während des 2. Weltkrieges über Rußland.
   
  JG 71 Lackierung Tulpe
   
  Das Tulpenmuster wurde aber nicht nur auf der "Sabre" Mk. VI. angebracht:
  JG 71 Piaggo Tulpe
  Hier eine Piaggio P.149D mit der Kennung JA+392 in seiner Funktion als Schulungs- und Verbindungsflugzeug ohne Tarnanstrich. Im Hintergrund der ehemalige Tower auf dem Fliegerhorst Ahlhorn.
   
  JG 71 TA 33 JA 395
  Die obige Aufnahme zeigt die T-33A JA-385 und der Seriennummer 58-637 mit dem Tulpenmuster der 1. Staffel des Richthofengeschwaders JG 71. Interessant ist, daß das Seitenleitwerk der Maschine ebenfalls in rot lackiert wurde.
   
01.04.

Befehlsgemäße Aufstellung des Jagdgeschwaders 73, daß dritte Geschwader der Bundeswehr, welches neben JG 71 und JG72 mit der "Sabre" Mk. VI ausgestattet wurde.

   
Ende Mai

Der Bestand von 50 Flugzeugen des Musters "Sabre" Mk. VI wurde erreicht. Auf Basis dieser Stückzahl wurde mit der Formung eines Tagjagdverbandes begonnen.

   
  An dieser Stelle soll nachfolgend auf die weiteren Soldaten und Zivilangestellten hingewiesen werden. Ein taktisches Jagdgeschwader konnte ohne den Einsatzwillen der Soldaten auf dem Tower, der Feuerwehrleute, der Techniker, der Kantinenmitarbeiter, der F- und Sicherungsstaffel, der Nachrichtenstaffel, dem SAN-Bereich usw. nicht funktionieren.
   
  Die Feuerwehr:
  JG 71 Feuerwehr 001JG 71 Feuerwehr 003JG 71 Feuerwehr 004
   
  Die Technik:
   
  Tower alt
  Der provisorische ehemalige Tower (Kollektion Weber).
  FA Hartmann 67 Radartechnik
  (Hinweis Verfasser: Der militärische Lebenslauf von Hr. Konrad Pingel, der 1976 als Oberstleutnant verabschiedet wurde, findet sich in der Ausgabe Luftwaffen-Revue Nr. 4 von 2015 des Deutschen Luftwaffenringes e.V.)
   
  JG 71 Beim tanken
  Warte beim Betanken der Maschine. Die Tanks der Sabre wurden noch einzeln mittels Schwerkraft gefüllt
   
  JG 71 Vorbereitung für den Flug 02
  Warte beim Befüllen der Maschine mit Sauerstoff.
   
  Die Werft mit ihrer Inst.-Staffel
   
  JG 71 Werft 004
  JG 71 Werft 006
  JG 71 Werft 005
  JG 71 InstStf
  Die Aufnahme von 1962 zeigt Soldaten der Inst-Staffel (v.l.n.r.): Hptm. Scholz; Hptm. Werner; Hptm. Prahl; Tucher; Kaiser; Ahrens; Nowalk; Almeroth; Schöllermann; Tripler; Hartrich; Weber; Seidel; Berner; Cordes.
   
  Die San.-Staffel:
   
  SAN Staffel Ahlhorn
   
25.05. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Josef Kammhuber (Im 2. Weltkrieg General der Nachtjagd und Kommandierender General des XII. Fliegerkorps vom August 1941 - November 1943. Ihm waren damit alle Verbände der deutschen Nacht-Luftverteidigung unterstellt. Nach ihm benannten die Alliierten die sogenannte "Kammhuberlinie", eine Kombination aus optisch, später radargeführter Luftabwehr, mit der die Luftwaffe versuchte, ein Eindringen alliierter Bombergeschwader zu verhindern.) , besichtigte das Geschwader JG71.
   
06.06.

Das JG 71 wurde mit dem Luftwaffenaufstellungsbefehl Nr. 110 vom 28. Januar 1959 offiziell durch den Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Josef Kammhuber indienst gestellt.

  FA Hartmann 10 Aufstellungsbefehl 1959
  FA Hartmann 26 Indienst
  Auf den Fotos ebenfalls, neben Generalleutnant Kammhuber erkennbar, Generalleutnant Martin Harlinghausen. Zu dieser Zeit war er Kommandeur der Luftwaffengruppe Nord.
 

Wer war KAMMHUBER, Josef (nachfolgend der militärische Lebenslauf)?:   (DOB: 19.08.96 in Burgkirchen/Oberbayern). (i.G.).   (R). 19.08.14 entered the Heer. WWI served in the Infanterie and Ingenieurtruppe, rising to Lt. 10.09.17 promo to Lt. (RDA 17.09.17) Postwar, stayed with the Reichswehr (Inf.). 01.7.22 RDA changed to 01.09.15. 01.10.24 appt Adj. of I./Inf.Rgt. 19. 01.04.25 promo to Oblt. 1929 trained as a pilot.   01.10.29 trf to RWM/Abt. T.1.   01.05.30 went to Lipezk for secret advanced flight training (to 30.09.30). 01.11.30 on the Geheime Fliegerliste. 01.02.31 promo to Hptm. 14.06.31 detached for more training with Flugzentrum Lipetsk in Russia (to 31.07.31). 01.04.33 Hptm., Referent Gruppe I (Taktik) /Abt.1 (L) (Heer) /Luftschutzamt. 01.6.33 Hptm.i.G., in the RLM.   01.09.33 trf to the Luftwaffe from the Heer with a rank of Hptm. 01.10.33 appt Gruppenleiter in the Organisations-Abt. LA II/RLM. 01.10.34 promo to Maj. 29.07.35 concurrently ordered to fighter training course at Schleissheim. 12.08.35 concurrently ordered to take part in the journey of the airship “Graf Zeppelin” to South America. 26.09.35 attached to the Rgt. “Gen.Göring” as a tactical advisor. 13.11.35 trf to Genstab d.Lw. 15.02.36 ordered to Fliegergruppe. Döberitz (to 14.03.36). 15.03.36 ordered to Fliegergruppe Damm for training as a unit leader (to 31.03.36). 01.04.36 appt Kdr. I./JG 134 and concurrently Kdt. Fl.H. Dortmund. 01.10.36 promo to Obstlt.   01.03.37 Obstlt., Kdr. I./JG 134 Dortmund, appt Ia in Stab/Luftkreis–Kdo. II, Berlin (Stettin?). 01.11.37 appt 2. Abt.Chef in RLM. 01.02.38 appt Chef of the Organisationsstab in RLM.   25.07.38 concurrently ordered to I./JG 235, Bad Aibling. 01.01.39 promo to Oberst. 01.02.39 appt Offizier z.b.V. des RLM und Ob.d.L. (pending orders) and then ordered to FFS Neuruppin. 25.06.39 concurrently ordered to BFS Wesendorf. 14.08.39 concurrently ordered to Lw.Schul- und Versuch-Rgt., Köthen. 14.12.39 appt provisional Chef des Genst./Lfl. 2. 19.12.39 appt acting Ch.d.Stabes/IV. Fliegerkorps (to 27.12.39). 27.12.39 appt Chef des Genst./V. Fl.Korps. 12.01.40 appt Offizier z.b.V. des RLM. und Ob.d.L. (pending orders).   21.03.40 appt Kommodore KG 51. 03.06.40 Oberst, Stab/KG 51 POW after his Ju 88 A (9K+AA) suffered dive brake failure while attacking Étampes airfield and was then attacked by French fighters of GC I/3 and I/8; belly-landed S of Cocherel, 15 km ENE of Meaux. 01.07.40 appt Offizier z.b.V. des RLM und Ob.d.L. (pending orders). 12.07.40 appt Kommodore KG 1. 17.07.40 appt Kdr. 1. NJ-Div. 17.10.40 promo to Gen.Maj. 09.07.41 awarded Ritterkreuz.   09.08.41 received RDA of 01.07.40 and appt Kommandierender Gen. des XII. Fl.Korps. 01.10.41 promo to Gen.Lt. 01.01.43 promo to Gen.d.Fl. 18.05.43 Oberst, Stabsstaffel/KG 53 unhurt - Ju 88 A-1 (9K+AA) crashed vic Lechfeld a/f. 15.09.43 appt Inspekteur der Nachtjagd (to 19.11.43). 20.11.43 appt acting Chef Lfl. 5. 23.12.43 appt permanent Chef Lfl. 5, and from summer 1944 Ob.d.Lfl. 5. 16.09.44 Gen.d.Flieger, appt Komm.Gen.d.Dt.Lw. in Norwegen (to 10.10.44). 10.10.44 assigned to Führerreserve OKL. 02.02.45 appt Sonderbeauftragter des Reichsmarschalls für die Abwehr viermotoriger Kampfverbände/RLM (to 08.05.45). 17.03.45 concurrently appt Bevollmächtigter für Strahlflugzeuge/Gen.St.d.Lw. (to 08.05.45).   03(04?).06.45 captured at Hüthum(?), then became U.S. POW. 04.12.45 repatriated. 20.04.48 released. (n.d.) worked as a wine representative in Bavaria. 06.06.56 entered the Bundesluftwaffe, promo to Generaleutnant and became the first Inspekteur der Bundesluftwaffe. 6)

   Indienst
   Das Geschwader mit Musikzug und einem Teil seiner Flugzeuge ist zur Meldung aufgestellt.
   
  JG 71 Indienst 12
   
  JG 71 Indienst 14
  Die Ehrengäste.
  JG 71 Indienst 11
  Die Maschinen der 1. und 2. Staffel.
   
 

JG 71 Indienststellung 1 Vorbeiflug

  Der erste Überflug in Viererblockformation.
  JG 71 Indienststellung 2 Vorbeiflug
  Der zweite Überflug im Dreierschwarm. Vorne Stabsschwarm, links 1. Staffelschwarm, rechts 2. Staffelschwarm.
   
  JG 71 Indienststellung 3 Vorbeiflug
  Dritter Überflug, das erste Jagdgeschwader 71 der Bundeswehr malt seine Nummer an den Himmel über Ahlhorn. 
   

 16.07.

Absturz der T-33A mit der Kennung JA-395, Seriennr. 58-593 als Folge von technischen Problemen. 3)
   
September Anbringung des Tulpenmusters am Seitenleitwerk der Maschinen.
   
16.11. Major Schröter übernimmt als erster Kommodore die Dienstgeschäfte des Jagdgeschwaders 73.
   
24.11. Besuch der Niedersächsischen Pressekonferenz.
   
30.11. Das Jagdgeschwader 73 verlegt zum Fliegerhorst Oldenburg und wird dort am 1. Dezember 1959 in Dienst gestellt.
   
15.12. Die Fliegerhorstgruppe lud 35 bedürftige Kinder zu einer Weihnachtsfeier ein, eine nunmehr liebgewonnene Tradition.
   
  Bis zum Ende des Jahres absolvierte das Geschwader bereit 5.627 Flugstunden.
   

 

 

 

 

1960

 

12.05. Das Geschwader erhielt den ersten höheren Besuch durch den Oberbefehlshaber der französischen Luftwaffe, Général de L'Armee de L'Air Paul Steéhlin.
   
01.06. Das Geschwader wurde der NATO unterstellt.
   
12.06. Der erste Absturz mit tödlichen Ausgang beim JG 71. Beim Rückflug vom Tag der offenen Tür auf dem Fliegerhorst Husum stürzte der Stabsunteroffizier Egon Osenberg mit der "Sabre" Mk. VI JA-121 bei Hammerwurth nordwestlich der Stadt Heide (Eigermündung vor Tönning) ab. Unfallursache war ein technischer Defekt an der Maschine sowie ein nicht nutzbarer Schleudersitz 2) 3).
   
27.07. Der Oberbefehlshaber der türkischen Luftwaffe, Generalleutnant Orgun statte dem Geschwader einen Informationsbesuch ab.
   
17.08.-18.08. Über Einsatz- und Organisationsfragen informierten sich die Luftwaffen-Attachés der NATO-Partner Italien, USA, Niederlande, Dänemark und Frankreich.
   
15.10. Aufgrund der katastrophalen Wetterverhältnisse stellt das JG 71 Soldaten für die Ernteeinsätze im Landkreis Oldenburg ab.
   
In 1960 wurden insgesamt 10.782 Flugstunden geflogen.

 

 

1961 

 

12.01. Oberleutnant Horst Arnodt (JD-249) kollidierte in 12.000 m Höhe bei Nordhorn mit dem Flugzeug von Stabsunteroffizier Uwe Fischer (JD-240) und stürzte tödlich ab. Uwe Fischer konnte sich mit dem Schleudersitz retten und überlebte.
   
19.04.-21.04. Das heutige Geschwaderwappen entsteht auf eine Idee von Hauptfeldwebel Gert H. Poelchau.
   
21.04.  An diesem, den 43. Todestag von Manfred von Richthofen, verlieh Bundespräsident Heinrich Lübke dem JG 71 den Namen "Richthofen". Generalleutnant Josef Kammhuber als Inspekteur der Luftwaffe heftete dem Kommodore, Oberstleutnant Erich Hartmann, das erste Ärmelband an die Uniform. Gleichzeitig erhielten das Jagdbombergeschwader 31 (JaBoG 31) (stellvertretend durch seinen Kommodore Oberstleutnant Werner Barkhorn) den Namen "Boelcke" und das Aufklärungsgeschwader 51 (AG 51) (stellvertretend durch seinen Kommodore Oberst Walter Grasemann) den Namen "Immelmann".
   
  FA Hartmann 11 Verleihung Tradition 1961
   
  JG 71 Ärmelband 02
  von links nach rechts: Bolko Frhr. von Richthofen, Oberstleutnant Erich Hartmann, Inspekteur der Bundeswehr Generalleutnant Josef Kammhuber. Man beachte die umfänglichen Ordensspangen auf den jeweiligen Uniformen.
  Ärmelband
  Die obige Farbaufnahme zeigt die drei jeweiligen Geschwaderkommodore Walter Grasemann, Werner Barkhorn und Erich Hartmann, die stellvertretend für die Geschwader das neu gestiftete Ärmelband in Empfang nahmen (Kollektion Weber).
   
18.06. Großflugtag auf dem Fliegerhorst Ahlhorn.
   
  Flugtag 1961 FH Ahlhorn
   
  JG 71 Großflugtag 1961
   
  Flugtag 1961 FH Ahlhorn 01Flugtag 1961 FH Ahlhorn 02
   
  JG 71 Flugtag 01
  Gut zu erkennen die Flugzeuge aus den Anfängen der Bundeswehr. In diesem Fall das Wasserflugzeug Grumman HU-16 Albatross der Marine sowie rechts daneben eine Hawker Sea Hawk Mk. 100 ebenfalls von der Marine.
  JG 71 Flugtag 02
  Mit eingeklappten Tragflächen wird eine Fairey Gannet ASW erkennbar, ursprünglich als U-Boot Jäger konzipiert. Unschwer an der Anzahl der Regenschirme erkennbar fiel der Flugtag wörtlich ins Wasser. 
   
26.06.-07.07.  In Leuuwarden in den Niederlanden fand der 4. Schießwettbewerb für NATO-Flugzeuge statt. Erstmalig nahmen Angehörige des JG 71 "Richthofen" zusammen mit Teams aus Kanada, Belgien, Niederlande, Dänemark, Norwegen und Italien teil. Man erreichte den 5. Platz.
   
  JG 71 Leuwarden 002
  Die Teilnehmer des JG 71 "Richthofen" an der Fighter Competition 1961 in Leeuwarden, v.l.n.r.: Fw. Carstensen; Fw. Namyslo; Rack; Fw. Wicke; OLt. Batz und Laube.
  JG 71 Leuwarden 003
  Das technische Begleitpersonal mit zwei Damen in Landestracht.
  JG 71 Leuwarden 004
   
09.08. Oberleutnant Hagen Hülfert (JA-121; vormals JD-101; Werknr. 1676) stürzte nach Kollision mit seinem Rottenflieger Stabsunteroffizier J. Kammann (BB-133) bei Hölingen/Wildeshausen ab. Er wurde ohne Schleudersitz aus dem Cockpit geschleudert und starb, da die Fallschirmleinen teilweise zerstört wurden. Sein Rottenflieger wurde ebenfalls durch den Sog aus dem Cockpit und überlebte. Die Trümmer der Maschine JA-121 verteilten sich über dem Kollisionsort, die der BB-133 kamen in Richtung Beckstedt herunter.
   
15.11.-17.11. Die fliegende Gruppe mit Teilen der Technik verlegt vorübergehend nach Wittmund, dem späteren Stammsitz des Geschwaders.
   
 In 1961 wurden insgesamt vom Geschwader 9.373 Flugstunden absolviert.

 

1962

 

20.02.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Josef Kammhuber, inspizierte erneut das Geschwader.

   
15.05. Leutnant Rudolf Rohe stürzte südöstlich von Helgoland tödlich mit seiner "Sabre" Mk. VI (JA-373; vormals: JD-233; WerkNr. 1649) bei einem Übungsflug ab.
   
29.05. Major Günther "Jolle" Josten übernahm das Geschwader (bis 1967) von Oberstleutnant Erich Hartmann, der nach Köln-Wahn versetzt wurde. Günther Josten war bereits seit der Einführung der "Sabre" Mk. V als Fluglehrer der WaSLw 10 bestens mit dem Waffensystem "Sabre" vertraut.
   
  JG 71 Abschied 01
  Am Rednerpult Major Günther Josten, rechts daneben Oberstleutnant Erich Hartmann und Oberstleutnant Kaupisch.
   
 

Wer war JOSTEN, Günther (nachfolgend der militärische Lebenslauf)?: (DOB: 07.11.21 in Rhynern/Westfalen). (RE, DKG). 01.40 entered the Luftwaffe. 01.11.41 in JGr. Drontheim. 01.01.42 promo to Lt./A1. 06.07.42 trf to Erg.JGr. Ost. Late 08.42 trf to 3./JG 51. 03.09.42 trf to I./JG 51. 09.11.42 unhurt - Fw 190 force-landed 4 km E of Radinovo due to engine damage. 22.03.43 Uffz., with 1./JG 51. 08.06.43 Uffz., 1./JG 51. 01.07.43 promo to Fw. and became an officer candidate. 25.07.43 Fw., 1./JG 51. 13.08.43 Fw., 1./JG 51. 20.09.43 Fw., awarded the Ehrenpokal. 20.09.43 Ofw., 1./JG 51. 22.09.43 trf to LKS 4. 17.10.43 Fw., awarded DKG, 1./JG 51. 01.01.44 (11.05.44?) promo to Lt. 05.02.44 Ofw., awarded Ritterkreuz, 3./JG 51. 05.04.44 Obfhr., 1./JG 51. 22.06.44 Lt., 1./JG 51. 18.07.44 Oblt., appt Staka 3./JG 51 (to 12.04.45). 20.07.44 attained his 100th air victory. 12.08.44 Lt., 3./JG 51. 09.10.44 Lt., 3./JG 51. 01.11.44 promo to Oblt. 28.03.45 Oblt., awarded Eichenlaub, Staka 3./JG 51. 12.04.45 Oblt., appt Kdr. IV./JG 51 (to 28.04.45). Credited with c.420 combat missions and 178 air victories. 20.07.56 joined the Bundesluftwaffe, as Hptm. 07.11.57 appt Staka 1./WaSLw 10 (to 10.10.61). 1961 trf to JG 73. 21.08.62 appt Kommodore JG 71 (to 30.03.67). 01.10.72 appt Divisionskommandeur 4. Lw.Div. until retirement as an Oberst i.G. on 31.03.81. Never shot down. †07.07.2004 in Aurich/Ostfriesland. 6)

   
  JG 71 Abschied 04
   
06.06. Der Kommandeur der 3. Luftverteidigungsdivision, Generalleutnant Walther, informierte sich über Einsatz- und Organisationsfragen des Geschwaders. 
   
13.06. Stabsunteroffizier Bert Luthmer (JA-231; WerkNr.1640) stürzte mit seiner Sabre Mk. VI 12 sm nordöstlich Helgoland tödlich ab.
   
04.07. Beförderung Major Günther Josten zum Oberstleutnant.
   
01.08. Das Geschwader verlegte zurück nach Ahlhorn.
   
In 1962 wurden insgesamt vom Geschwader 10.151 Flugstunden absolviert.

 

1963

 

21.02. Taktische Überprüfung TAC-EVAL durch ein Prüfungsteam der 2. ATAF.
   
22.02. Das JG 71 "Richthofen" und das LTG 62 schieden aus dem Kommandobereich der 3. Luftverteidigungsdivision Münster aus und wurden der 4. Luftwaffendivision in Aurich unterstellt.
   
15.03. Ein Vorkommando unter Führung des Kommandeurs der technischen Gruppe JG 71 "Richthofen", Major Simon, verlegte nach Wittmund, um das eingehende Gerät für das Waffensystem F-104 Starfighter zu übernehmen.
   
05.04. Der türkische Luftwaffen-Oberbefehlshaber, Generalleutnant Irfan, stattete dem Geschwader einen Besuch ab.
   
26.04.-30.04. Die gesamte Technische Gruppe verlegte bei gleichzeitiger Überführung aller F-86 Sabre nach Wittmund. Grund für die längere Verlegung waren die schlechten Wetterverhältnisse, die das Überfliegen der Flugzeuge in 2 Tagen nicht zuließen.

 

1964

 

 August Noch einmal verlegte die 713. Staffel für kurze Zeit von Oldenburg unter Führung von Hauptmann Böhm nach Ahlhorn. Der Aufenthalt währte aber nur bis zum 28.09.1964. Danach erfolgte die endgültige Verlegung nach Wittmund.

 

 1966

 

22.12.  Die letzten "Sabre" Mk. VI verließen das JG73 und schieden damit aus dem aktiven Dienst aus. Damit endete auch die Ära der kanonenbewaffnete Jäger und die Epoche des freien Jagdfliegers.

 

 Piloten:

 

 JG 71 Piloten 07
Die zweite Staffel: v.l.n.r.: (stehend) OLt. Meißner, Lorbeer, Pötter, Fw. Wallner, Staffelkapitän Hptm. Drube, Schumacher, Holzmann, Hptm. Kruppa, (knieend) SU Fischer, SU Rautzenberg, SU Tuleweit und SU Petke.
 
 JG 71 Piloten 11
 Die erste Staffel: stehend v.l.n.r.: Gums; Olt. Kruppa; FlLt. Daris; Hptm. Schumacher; Hptm. Müller; Lt. Batz; Lt. Hülfert; Fw. Meisterfeld; OLt. Fischer, Peter. Sitzend v.l.n.r.: Fw. Namyslo; Fw. Buss; Fw. Meisterfeld; Fw. Sandner; SU Osenberg.
 

 

Quellen:

 

01) Wache, Siegfried: F-40 Flugzeuge der Bundeswehr. Canadair Sabre Mk.5/Mk.6 Bmvd-Verlag 2004

02) Kropf, Klaus: Deutsche Starfighter. Die Geschichte der F-104 in Luftwaffe und Marine der Bundeswehr. Köln JOMO-Medien-Service 1994, S.138 ff.

03) Fledmann, Hartmut: Jagdgeschwader 71 "Richthofen", AirDoOC 2013

04) https:// verschwiegenegeschichtedrittesreich.wordpress.com/2018/08/12/erich-hartmann/. Abruf am 01.01.2020

05) https://alchetron.com/Johannes-Wiese. Abruf am 01.01.2020.

06) Henry L. deZeng IV and Douglas G. Stankey: Luftwaffe Officer Career Summaries. Section A-Z auf www.ww2.dk. Diverse Abrufe.

07) Jäger, Manfred: Der Jagdflieger Erich Hartmann Motorbuch Verlag 3. Auflage 1978

 

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Stand: 22.05.2020